Neues vom Hof

Das Klima ist im Wandel.
Unser Hof auch.

Hitze, Trockenheit und Starkregen spüren wir auch bei uns in Kopfing 6 jedes Jahr stärker. Deshalb haben wir in den letzten Jahren einiges verändert: auf dem Acker, auf der Weide und auf dem Dach. Nicht jede Veränderung macht unsere Arbeit leichter, aber jede ist ein Gewinn für Tiere, Boden und Natur.

Agroforst.

„Bäume, wo sonst nur Acker ist.“

seit 2024 auf 3 Hektar

Agroforst

Bäume, wo sonst nur Acker ist

2024 haben wir auf 3 Hektar sechs Baumreihen in unsere Felder gepflanzt. Agroforst verbindet Ackerbau und Forstwirtschaft auf derselben Fläche. Bei uns kommt noch die Beweidung dazu, und jeder Teil profitiert vom anderen.

Die Wurzeln der Bäume halten den Boden fest und schützen ihn bei Starkregen vor dem Abschwemmen. Gleichzeitig holen sie Wasser aus tieferen Bodenschichten und machen es auch für die Ackerpflanzen verfügbar, was in Trockenperioden einen großen Unterschied macht.

Das Laub spendet Schatten und bremst den Wind. So sind Tiere und Pflanzen besser vor Hitze geschützt, und es verdunstet weniger Wasser. Außerdem bieten Bäume und Sträucher Lebensraum für viele Tierarten und erhöhen die Artenvielfalt. Passt das Wetter für die Ackerfrucht einmal gar nicht, fällt nicht gleich die ganze Fläche aus.

Gerste mit Erbsen in Blüte, Baumreihe, Weide – Biodiversität pur

Jede Pflanze hat ihre Aufgabe

Obstbäume

für den Eigenbedarf und zum Schnapsbrennen.

Erlen

an feuchten Stellen im Acker, die in einigen Jahrzehnten wertvolles Holz liefern.

Sträucher

wie Wacholder und Maulbeere, die den Bäumen keine Konkurrenz machen und eine zusätzliche Ebene darunter bilden.

Bilder vom Agroforst

Wassermanagement.

„Regen halten statt abrinnen lassen.“

drei Retentionsgräben mit Erddämmen

Wassermanagement

Regen halten statt abrinnen lassen

Wassergraben-System, inspiriert von Keyline-Design

Zum Agroforst-Projekt gehört auch ein durchdachtes Wassermanagement. Drei Retentionsgräben mit Erddämmen halten das Wasser bei Starkregen am Acker zurück, damit es dort versickern kann, statt oberflächlich abzurinnen.

Gemeinsam mit Fachleuten haben wir das Gefälle unserer Ackerflächen genau analysiert. Ziel war es, erosionsgefährdete Stellen zu entschärfen und auch große Regenmengen möglichst gleichmäßig über die ganze Fläche zu verteilen und auch dort zu binden. Dafür wurden mit dem Bagger Gräben ausgehoben und Dämme aufgeschüttet.

Das schützt nicht nur unseren wertvollen Humus vor dem Abschwemmen, sondern auch unsere Nachbarn: Jeder Liter Wasser, der auf unseren Feldern bleibt, fließt nicht ins Tal und erhöht nicht die Hochwassergefahr.

Ein Graben hält nach einem Regenguss das Wasser am Acker

So funktioniert ein Retentionsgraben

Querschnitt durch einen Hang: Regenwasser rinnt den Hang hinunter, wird im Graben vor dem Erddamm gesammelt und versickert dort im Boden. Auf dem Damm wächst die Baumreihe, deren Wurzeln das Wasser nutzen.
1 Regen fällt auf den Hang und rinnt ab. 2 Der Graben fängt das Wasser auf, der Damm hält es zurück. 3 Das Wasser versickert langsam und bleibt im Boden. 4 Die Bäume auf dem Damm nutzen das gespeicherte Wasser.

Bilder vom Wassermanagement

Umgesetzt wurden Agroforst und Wassermanagement 2024 im Rahmen des LEADER-Projekts „Klimawandelangepasste Landwirtschaft durch Agroforst und Wassermanagementsysteme“ von Humus+.

Energie

Strom vom eigenen Dach

Photovoltaik und Stromspeicher

Unsere ausgebaute Photovoltaikanlage liefert nun 17 kWp sauberen Strom direkt am Hof. Neu dazugekommen ist ein Stromspeicher mit 14 kWh. Damit können wir unseren eigenen Strom auch abends und in der Nacht nutzen und werden unabhängiger vom Netz. So senken wir den CO₂-Ausstoß unseres Hofes Schritt für Schritt weiter.

17 kWp Photovoltaik
14 kWh Stromspeicher